Immobilien in Budapest – Nachlässe von bis zu 30 Pozent

17. Juni 2009

Wie aus Maklerkreisen in Budapest verlautete, weichen die ausgedruckten Preise der Immobilien von den tatsächlich gezahlten inzwischen erheblich ab. Der Grund läge in der Mentalität vieler Makler und Wohnungsbesitzer: Sie hielten an den alten Preisen fest – wohl in der Hoffnung, dass eines Tages doch noch bessere Zeiten kommen könnten.

Die Zeiten sind zwar eigentlich gar nicht so schlecht – die Bankkonditionen sollen es vielmehr sein, die viele potenzielle Käufer zurückschrecken lassen: Die Banken verlangen inzwischen erhebliche Sicherheiten und einen relativ hohen Eigenkapitalanteil – Umstände, die man noch vor wenigen Jahren in Ungarn nicht kannte. Vor allem die Finanzierung mit Krediten in Fremdwährungen, zu dem sich mancher Ungar verlocken ließ, steckt noch tief in den Knochen: Der Kurs des Euro steht nach wie vor auf einem beachtlichen Stand, der nicht vergleichbar ist mit dem Kurs bei Kreditaufnahme (damals bei ca. 250 Forint pro Euro, in den letzten Tagen um bereits moderate 285 Forint herum).

Nachdem die gezahlten Preise bereits im Keller sind, erwarten Makler auch bei den offiziellen Preisen einen Dammbruch: Gegenwärtig würde noch geblufft, was das Zeug hielte, meinte der Geschäftsführer eines großen Unternehmens der Branche. Er prophezeite, dass auch die ausgeschriebenen Preise drastisch in den Keller gehen würden, falls „der erste Aussteigen und seine Preise auf ein realistisches Niveau reduzieren würde“.

Für Interessenten aus Euro-Ländern muss die Grundsituation ein gefundenes Fressen sein: Mit einem billigen Eurokredit kann man gegenwärtig in Ungarn (und sogar noch in Budapest) zu Immobilien kommen, von denen andere nur träumen.

* Alle Angaben zum Wechselkurs ohne Gewähr - sehen sie bitte den aktuellen Kurs nach.

Negativmeldungen über Ungarn - stark übertrieben

17. Juni 2009

Ungarn rudert zwar gerade durch wirtschaftlich schlechte Zeiten, aber es ist doch eigenartig, wie man die Wirtschaft in Budapest „schlechtredet“ und selbst Dinge vermiest, die an sich positiv sind. Zum Beispiel die „Tante-Emma-Läden“, die auch hier in Budapest noch zum Rückgrat der Versorgung gehören und die keinesfalls vom Aussterben bedroht sind – schon gar nicht wegen der Preise.

Denn anders als bei Ihnen in Deutschland haben die kleinen Läden durchaus attraktive Preise – und sie liegen erstaunlicherweise zum Teil unter denen der Lebensmittelketten. Dass diese so stark „angenommen“ werden, liegt daran, dass es erstens „schick“ ist, dort einzukaufen und zweitens an den verlockenden Einzelangeboten – an der Kasse zeigt sich dann: Wer nicht nur „Schnäppchen“ kauft, kauft eher teuer.

Vielfach liegt die Negativsicht an der Mentalität vieler ungarischer Journalisten, alles ein bisschen schlechter zu machen, als es ist und jede Meldung, die ein wenig Negatives in sich hat, aufzubauschen.

Nun sagen Sie nicht, das wäre bei Ihnen in Deutschland auch so.

Auch in diesem Jahr: Gioara Feidman im Atelier Bartesch

16. Juni 2009

Gioara Feidman hatte ich in Budapest schon einmal getroffen – am gleichen Ort, nämlich im Atelier von Christa Bartesch. Christa zeigte diesmal Bilder in zarten Farben, in denen luftige Objekte vorbeizuschweben scheinen. Doch der unangefochtene Star des Abend war nicht die Budapester Malerin, sondern unzweifelhaft der musizierende Stargast Gioara Feidman. Wer ihn nicht kennt, nimmt ihn zunächst kaum war: Er steht einfach irgendwo, bescheiden, beinahe unauffällig und lässt Christa Bartesch den Vortritt.

feidman2009_01.jpg
Bild: Gioara Feidman spielt ein Wiegenleid

Feidmann will gerade zu spielen beginnen, als ein kleines Kind schreit – und schon kommt er näher und spielt für das Kind zuerst ein Wiegenlied. Dann hebt er erneut die Klarinette, spielt ein bisschen Feidman und ein bisschen Gershwin und ein jiddisches Lied, so sanft, das man mitsummen möchte.

Der 73-jährige Feidman, den man ab und an den „King of Klezmer“ nennt, wird in diesem Jahr noch in Deutschland und Israel spielen. Näheres Einzelheiten finden Sie auf seiner Homepage.

feidman2009_02.jpg

Feidman 2009: Summertime

Bigband Konzert im Thomas-Mann-Gymnasium Budapest

31. März 2009

garami2.jpg

Bild: Big Band, mit Mitgliedern der “alten” Schulband

Die berühmte Bigband des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium Neustadt besteht bereits seit 1980 und hat seither nicht nur einige CDs produziert, sondern auch viele Preise gewonnen. Seit Sommer 2005 heißt der neue Bandleader Dr. Zoltan Garami, der hier in Budapest lange Zeit Musiklehrer war und der hier seine dritte Bigband aufbaute – mittlerweile, so sagte er am gestrigen Abend in Budapest, sei die Band des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums seine siebte Bigband.

garami.jpg

Bild: Dr. Zoltan Garami, Musiklehrer und Bandleader

Gestern Abend nun kam Dr. Garami zu einer Art Abschiedstournee mit der Band nach Budapest an die deutsche Schule, das Thomas-Mann-Gymnasium. Die an sich schon hohen Erwartungen wurden von den jungen Musikern dabei noch bei Weitem übertroffen, wobei besonders zahlreiche Solisten von ausgezeichneter Qualität hervorstachen.

bigband.jpg

Bild: Solistin

Zum Schluss des Konzerts gab es ein seltenes Highlight: Mitglieder der „alten“ Bigband der deutschen Schule Budapest hatten ihre Instrumente mitgebracht und spielten gemeinsam mit den Schülern aus Neustadt – eine Bigband mit annähernd 50 Mitgliedern. Das Konzert ist auch eines der letzten öffentlichen Auftritte von Dr. Garami mit einer Schulband – er geht in diesem Jahr in den verdienten Ruhestand und wollte sich über weitere musikalische Pläne noch nicht äußern.

Achtung: Das folgende Video ist nicht aus dem Budapester Konzert.


Zwei ungewöhnliche Kandidaten für den US-Botschafter in Ungarn

13. März 2009

Letzte Woche war ein US-amerikanischer Bürger in Budapest, der wohl gerne der nächste US-Botschafter in Ungarn werden würde – der Haken ist nur, dass dies niemand glaubt, außer ihm selbst. Das Weiße Haus und die US-Botschaft in Ungarn waren jedenfalls nicht sonderlich erfreut vom Auftritt des US-Amerikaners Róbert Haris, der sich bereits als nächster Botschafter der USA in Ungarn fühlt.

Das Gerücht soll angeblich von einer der Töchter des in Ungarn geborenen, 2008 verstorbenen US-Abgeordneten Tom Lantos stammen, und außerdem soll die in Ungarn geborene Frau von Richard Holbrook, Kati Marton, dies behaupten.

Die Botschaft reagierte unterkühlt und verwies darauf, dass die Benennung von Botschaftern Sache des Außenministeriums und des Weißen Hauses sei. Derweil brachte eine andere Ungarin, Maureen Kovacs, ihren Pudel ins Gespräch: Er sei „unzweifelhaft ungarischer Abstammung und komme mit jedem zurecht“, berichtete Pestiside. Ob dies allerdings ausreicht, wäre da doch zu bezweifeln – es könnten gewisse Kommunikationsprobleme auftreten.

Buchvorstellung in der Andrássy-Universität mit der deutschen Botschafterin

10. März 2009

Andreas Oplatka – der erste Riss in der Mauer

Andreas Oplatka ist kein Autor wie jeder andere: Er ging, 1956, damals 14-jährig, mit seiner Familie in die Schweiz, weil sein Vater angesichts der Aktivitäten beider Söhne während des Volksaufstandes Schwierigkeiten befürchtete. Eine lange Zeit war er außenpolitischer Redakteur bei der Neuen Zürcher Zeitung und deren Korrespondent in Stockholm, Paris, Moskau und Budapest.

Am gestrigen Montag wurden nun sein neues Buch „Der erste Riss in der Mauer“ im berühmten Spiegelsaal der Budapester Andrássy-Universität von der Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Dorothee Janetzke-Wenzel vorgestellt.

deutsche botschafterin in budapest

Neue Details über die Grenzöffnung überraschten selbst die Botschafterin

Selbst Frau Janetzke-Wenzel war überrascht von der detaillierten, kenntnisreichen und sachlichen Beschreibung des Autors, der in dem Buch über die ungarische Grenzöffnung im September 1989 zahlreiche bislang unbekannte Details veröffentlichte. Dabei halfen ihm neben der Beherrschung der ungarischen, der deutschen und der russischen Sprache auch zahllose Kontakte zu Politikern und anderen Personen des Zeitgeschehens, ohne die das Buch wohl in dieser Weise nicht zustande gekommen wäre.

Das Fazit ergab sich schnell: Die Politiker, die damals beteiligt waren, strickten gerne an der eigenen Legende und versuchten, sich mit der Grenzöffnung Denkmäler zu setzen, während die eigentlichen Akteure im Hintergrund sich stiller verhielten. Er persönlich, so sagte der Autor später, wundere sich immer wieder, wie viele Politiker die Grenzöffnung heute für sich in Anspruch nehmen würden.

andreas
Politiker arbeiten mehr am eigenen Denkmal als an der Wahrheit

Manche pathetische Geste von damals war eben einfach konstruiert – ganz oben wie an der Basis. Wer verkündete, das „freiheitsliebende Ungarn öffne nun die Schranken“ tat dies zum Teil auch, um von der eigenen Vergangenheit abzulenken – und was in Deutschland oft als „geschichtliche Wahrheit“ gilt, entspringt nur einigen wenigen spektakulären Medienereigníssen, die mit den tatsächlichen Vorgängen nur oberflächlich zu tun hatten: zum Beispiel die oft überschätzte Rolle des ungarischen Außenministers Gyula Horn.

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft der Andrássy Gulya Deutschsprachige Universität Budapest, deren Reaktor Andás Masát souverän moderierte. Außerdem saß der ehemalige Botschafter Ungarns in Berlin und Bern, Gergely Pröhle auf dem Podium, dem auch in der späteren Diskussion anzumerken war, dass unterschwellig erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Oplatka bestanden – vor allem, was die Rolle von Gyula Horn betraf.

Die Andrássy-Universität lud anschließend noch zu einem kleinen Umtrunk ein, in dem zahlreiche Kontakte aufgefrischt und neu geknüpft werden konnten. Das Thema wird uns hier in Budapest wohl noch länger begleiten, denn der Tag der Grenzöffnung jährt sich in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal.

Bilder:

Oben: Frau Dorothee Janetzke-Wenzel, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland © sehpferd 2009
Unten: Autor Andreas Oplatka, Historiker, Journalist und Buchautor, © sehpferd 2009

Der erotische Duft von Luxusautos

7. März 2009

Damit es hier etwas zum Amüsieren gibt: Angebliche ungarische „Berühmtheiten“ haben für den Parfümhersteller Zsolt Zólyomi neue Düfte getestet und dabei festgestellt, dass Männer am besten nach „neuen Luxusautos“ riechen sollten.

Wen es wundert? Mich nicht – wer hier in Budapest als Luxusmieze gilt, hat nur eines im Kopf: reich zu werden. Die eigene Kraft reicht selten, der eigene Körper schon eher.

Der Friseur und die Wirtschaftskrise

3. März 2009

Wie kommt eigentlich die Finanz- und Wirtschaftskrise bei den Budapestern an? Da man in Deutschland eigentlich nur einen Friseur fragen muss, wenn man wissen will, wie die Stimmung im Volk ist, fragten wir nun auch in Budapest einen.

Noch, so sagte der Meister, sei die Krise bei ihm nicht angekommen, aber er rechne schon damit – allerdings nicht vor sechs Monaten.

Nun, bleiben wir also gelassen, hören wir auf den Friseur und lehnen wir uns zurück – die Krise wird uns erst in sechs Monaten erreichen. Hoffen wir mal, dass der Rest der Welt dann aus dem Gröbsten heraus ist.

Eine Menge Schnee

25. Februar 2009

Mehrere Tage hintereinander Schnee - das ist sehr selten in Budapest. Heute allerdings haben wir Tauwetter.

Schnee in Budapest

Gustave Moreau Exhibition - The Land of Myths

23. Februar 2009

An Exhibtion at the Budapest Museum of Fine Arts showing works from the French painter Gustave Moreau will be shown from Thursday, 19 February 2009 until Sunday, 03 May 2009 at the Museum of Fine Arts in Budapest (Szépművészeti Múzeum, 1146 Budapest, Hősök tere).

We announced the exhibition in the German part of Budapest Journal as well.